Vom Kran bis zum Anhänger

Das schönste und stärkste Zugfahrzeug nützt nichts, wenn kein geeigneter Anhänger dran ist. Auch Reifen, Schmiermittel, Aufbauten und Arbeitsgeräte wie Krane sorgen dafür, dass die breit gefächerte Transportbranche funktioniert.

Die transport-ch in Bern ist nicht bloss ein Stelldichein der Lastwagenhersteller. Sie zeigt die grosse Vielfalt an Produkten und Lösungen für alle Bereiche des Transport- und Logistikwesens. So konnten die Besucherinnen und Besucher beispielsweise eine Neuentwicklung des traditionsreichen Schweizer Fahrzeugbauers Moser aus Steffisburg BE bestaunen. Es handelt sich um die RR Baureihe. Der Kippaufbau Stonebox RR bildet dabei quasi die Basis. Er ist ein Rückwärtskipper mit Frontkippsäule. Der Aufbau verfügt über einen hydraulisch hochschwenkbaren Rückladen. Die Muldenform gestaltet sich «halbrund». Wobei «halbrund» nicht ganz stimme, wie die Verantwortlichen von Moser betonen. Bei einer reinen halbrunden Form liegt der Schwerpunkt nämlich sehr hoch. Um diesen möglichst tief zu halten, wurde die halbrunde Form optimiert. Das erhöht die Kippstabilität und damit auch die Sicherheit des Chauffeurs.

Die Hotbox RR, ebenfalls Teil dieser Baureihe, ist die Reaktion der Moser AG auf den Thermoisolationstrend. Sie kann die Wärmemenge optimal konservieren, dank idealem Muldenquerschnitt das Fliessverhalten fördern und den Materialfluss mit einem optimierten Schiebersystem steuern. Die Hotbox RR ist der eigentliche Grund, warum eine neue Baureihe entwickelt wurde. Die bisherigen waren nicht für eine solche Isolation geeignet.

Trend: nachhaltig und flexibel

Bei Lanz + Marti aus Sursee war ein Blick in die nahe Zukunft möglich. Der Schweizer Fahrzeugbauer präsentierte einen Kühleraufbau mit elektrischem Kühlgerät, der wohl schon bald den Weg zu Kunden finden wird. Bei Mobas stach ein neuer 18-Tonnen-Rungen-anhänger ins Auge, bei dem die Rungen nach Bedarf verschoben werden können. Von Fliegl war der Stonemaster-Anhänger zu sehen. Der Anhängerspezialist aus Triptis in Thüringen ist dafür bekannt, dass er das Eigengewicht seiner Entwicklungen möglichst tief halten kann, was die Effizienz steigert. Im grossen Aussenbereich fielen sofort die in den Himmel ragenden Krane auf, zum Beispiel jene von Palfinger, die von der Walser AG präsentiert wurden. Unzählige weitere, aus Platzgründen hier nicht erwähnte Produkte, waren ebenfalls zu sehen und zeugten von der grossen Vielfalt der Branche. (Daniel von Känel)

Reifen- und Telematikkompetenz vereint

Bridgestone und Webfleet Solutions spannen zusammen und bringen Webfleet TPMS auf den Markt. TPMS steht für Tyre Pressure Monitoring System. Es ist ein System, das in ein Fahrzeug eingebaut wird und den Reifendruck kontinuierlich überwacht. Der ermittelte Reifendruck und entsprechende Meldungen werden auch während der Fahrt in Echtzeit an den Chauffeur bzw. den Flottenmanager übermittelt. Doch warum ist die Reifendruckkontrolle so wichtig? Gemäss Bridgestone und Webfleet Solutions sind 87 Prozent der Pannen bei schweren Lastwagen reifenbedingt. Und: Schlecht befüllte Reifen wirken sich negativ auf den Bremsweg und die Kontrolle über das Fahrzeug aus. Die meisten Reifenpannen werden zudem durch schleichende Undichtigkeiten verursacht. Neben der Sicherheit haben Reifen auch einen grossen Einfluss auf ökologische und ökonomische Faktoren. «Ein zu geringer Reifendruck erhöht den Kraftstoffverbrauch und damit die CO2-Emissionen», sagt Wolfgang Schmid von Webfleet Solutions. «Auch die Lebensdauer der Reifen wird verringert. Ein System, das nicht nur an gewissen Standorten den Druck misst, sondern über Sensoren im Ventil kontinuierlich Daten sammelt und sie an den Chauffeur und an den Flottenmanager übermittelt, hilft demnach dabei, Kraftstoff zu sparen, Ausfallzeiten und Kosten für Zwischenfälle zu vermeiden sowie Service und Wartung effizient zu planen.» Schmid hält aber fest, dass Webfleet Solutions keine Datenkrake sein wolle. Der Kunde entscheide selbst, wie die Daten verwendet werden. Ob sie nur dem Chauffeur, auch dem Flottenmanager oder sogar der Garage übermittelt werden, damit allfällige Reparaturen sofort aufgegleist werden könnten, das sei im Ermessen des Kunden. Solche Systeme werden in der EU übrigens ab Mai 2022 bei neuen Nutzfahrzeugen Pflicht, ab 2025 gilt dies für alle Nutzfahrzeuge. Ältere müssen demnach nachgerüstet werden. Gut möglich, dass die Schweiz diese Regelung übernehmen wird. (dvk)

Effizienz und Nachhaltigkeit ist auch bei Lanz + Marti ein grosses Thema.
Kranfahrzeuge im Aussenbereich.
Moser präsentierte eine neue Baureihe mit robusten und flexiblen Kippern.
Schmierstoffe braucht die Branche, zum Beispiel jene von Midland.
Der Stand von Motorex präsentierte sich natürlich im unverkennbaren Grün der Schweizer Marke.