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Vaterschaftsurlaub für Chauffeure

Der Vaterschaftsurlaub ist in der Schweiz vor einem Jahr in Kraft getreten. Wichtig: Die Entschädigung wird nicht automatisch ausbezahlt. Sie muss bei der zuständigen Ausgleichskasse beantragt werden. Wenn Sie angestellt sind, muss Ihr Arbeitgeber die entsprechenden Schritte einleiten.

Seit dem 1. Januar 2021 steht den frischgebackenen Vätern in der Schweiz ein Vaterschaftsurlaub zur Verfügung. Er erlaubt den jungen Vätern einen bezahlten Urlaub von zwei Wochen, zu beziehen innerhalb von sechs Monaten ab Geburt des Kindes. Dieser Urlaub wird finanziert, wie der Mutterschaftsurlaub auch, durch die Erwerbsersatzordnung (EO), also überwiegend mit Beiträgen der Erwerbstätigen und Arbeitgeber. Die Entschädigung beträgt 80 % des Lohnes, im Maximum jedoch Fr. 196.– pro Tag.

Die Entschädigung wird nicht automatisch ausbezahlt. Was muss ich unternehmen, um in den Genuss dieser Entschädigung zu kommen?
–Der leibliche Vater sein (Adoption gibt kein Recht auf ein Vaterschaftsgeld)
–Eine bezahlte Beschäftigung ausüben
–AHV-Beiträge während mindestens neun Monaten vor Geburt des Kindes entrichtet haben
–Während mindestens fünf Monaten in diesem Zeitraum gearbeitet haben

Arbeitslosen, teilzeitbeschäftigten, arbeitsunfähigen Personen oder Personen in Ausbildung steht das Recht auf Entschädigung ebenfalls zu.

Dieser Urlaub kann auf einmal oder auch tageweise bezogen werden. Auch das Wochenende wird entschädigt, sodass der Vater in Wirklichkeit 14 Tagegelder erhält, aber insgesamt 10 Tage frei hat. Der Vaterschaftsurlaub berechtigt auch zu keinerlei Kürzung von ordentlichen Ferientagen.

Wie verhält es sich mit Teilzeitbeschäftigten? Der Anspruch besteht aus einer Anzahl von Tagen, die im Verhältnis zur geleisteten Arbeitszeit stehen.

Das Vaterschaftsgeld wird nicht automatisch ausbezahlt, es muss bei der zuständigen Ausgleichskasse beantragt werden. In einem Angestelltenverhältnis ist es in der Regel der Arbeitgeber, der die notwendigen Schritte unternimmt. Um sicherzugehen, ob dies auch getan wurde, ist es empfehlenswert, sich bei ihm zu erkundigen, um, falls das nicht getan wurde, sich selber bei der Ausgleichskasse zu melden. Die Entschädigung wird an den Arbeitgeber ausbezahlt, der wiederum den normalen Lohn weiterhin entrichtet. Bei einem Nichtangestelltenverhältnis muss der Selbstständigerwerbende die notwendigen Schritte bei der Ausgleichskasse selber unternehmen.

Der Arbeitgeber darf den Bezug vom Vaterschaftsurlaub nicht verweigern. Auf der andern Seite besteht natürlich auch seitens des Arbeitnehmers keine Verpflichtung, den zustehenden Bezug voll auszuschöpfen.

Festzuhalten ist zudem, dass es sich beim Vaterschaftsurlaub um eine gesetzlich verankerte Minimaldauer handelt und somit eine Abrede im Arbeitsvertrag, die eine Reduktion dieses Urlaubs festhalten sollte, null und nichtig wäre. (Sarah Amat)