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Dominique Kolly: An der Eröffnungsfeier verwies der Präsident der transport-CH darauf, «dass die Nutzfahrzeugbranche mehr denn je durch ihre Innovationsfähigkeit glänzt».

transport-CH spielte ihre Rolle als Innovationsschaufenster wieder sehr gut

Auch heuer hat die immer in den ungeraden Jahren stattfindende transport-CH ihre Rolle als Schaufenster für Innovationen gespielt. Die Elektromobilität hat an Bedeutung gewonnen, aber dennoch werden «Verbrenner» weiterhin verbessert, wie etwa die Motoren der neuen Generation «Super» von Scania, die Verbrauchsreduktionen bis zu acht Prozent erzielen und identisch sind mit den Verbrauchsreduktionen (auch bis zu acht Prozent), die MAN letztes Jahr für den neuen TGX angab.

«Welcher ist der grösste Trumpf unserer Messe? Zweifelsohne die Tatsache, dass sie ein Schaufenster für Innovationen ist. Unsere Branche glänzt ja mehr denn je mit ihrer Innovationsfähigkeit.» So jedenfalls klang Dominique Kolly, Präsident des Salons transport-CH, bei der Eröffnungsfeier der Messe, die vom 10. bis zum 13. November in Bern stattfand. Tatsächlich bot die 11. Ausgabe des Schweizer Nutzfahrzeugsalons zahlreiche Neuheiten. SWISS CAMION hat zwar die meisten von ihnen schon in den letzten Monaten präsentiert, doch nichts kann die Erfahrungen ersetzen, die man selbst hinter dem Steuer machen kann, wenn man all die Fahrzeuge unter einem Dach versammelt vorfindet und mit den jeweiligen Verkaufsberatern sprechen kann.

Und obwohl wir Ihnen schon den neuen Mercedes-Benz eActros, die DAF XG und XF der neuen Generation, aber auch die neuen elektrischen Volvos, den Iveco T-Way und die Renault Trucks der neuen Generation vorgestellt haben, gab es in Bern doch Fahrzeuge zu entdecken, die wir zuvor noch nicht gesehen hatten. Dazu gehört vor allem die neue Generation Super von Scania. Am 11. November, also mitten in der zwischen dem 10. und 13. November anberaumten transport-CH, hatte die Marke mit dem Greif vorgesehen, ihren neuen Lastwagen genau um 14 Uhr zu enthüllen. Der Scania Super war am ersten Tag des Salons also noch mit einem halb transparenten Tuch verhüllt, sodass man traditionelle Rückspiegel erkennen konnte. Doch die waren um 14 Uhr verschwunden und durch Rückspiegelkameras ersetzt worden. Im Gegensatz zu denen von DAF oder Mercedes-Benz befinden sich diese am neuen Scania nicht oben an der Kabine, sondern auf Höhe der Unterkante der Frontscheibe. Sie sind aber nur eine von vielen Neuerungen der neuen Scania-Super-Generation. Der Begriff Super stammt übrigens vom vor genau 60 Jahren lancierten Scania Super-Modell.

Eine Europapremiere

Die wichtigste Innovation beim Scania Super sind die neuen 13-Liter-Motoren mit den Leistungsstufen 420, 460, 500 und 560 PS sowie ein neues Getriebe. «Die neuen Motorisierungen ermöglichen Treibstoffverbrauchssenkungen bis zu acht Prozent», verspricht der schwedische Hersteller. Genau diese acht Prozent kommunizierten auch die Verantwortlichen von MAN, als sie letztes Jahr die neue Generation ihres TGX vorstellten, der übrigens zum «International Truck of the Year 2021» erkoren worden ist.

Ausser dem Scania Super wurden in Bern erstmals drei neue Lastwagen präsentiert. Zum einen handelt es sich um den russischen Brennstoffzellen-Kamaz, der auf dem Stand der Migros im Freien zu bewundern war (siehe Seite 10). Ganz in der Nähe war der elektrische ieTruck von Irizar zu sehen. Der spanische Hersteller, der vor allem für seine Busse bekannt ist, präsentiert damit einen Lastwagen, der vor allem in der Stadt eingesetzt werden soll. «Er fällt vor allem durch seinen sehr niedrigen Kabineneinstieg auf», erklärte uns Wolfgang Merz von Jebsen & Jessen Industrial Solutions Schweiz. Das Schaffhauser Unternehmen hat diesen Lastwagen angeschafft, um ihn auf den Schweizer Markt zu bringen. Ein niedriger Einstieg charakterisiert auch den neuen vollelektrischen Renault Master mit dem Namen «Päckliblitz». Er hatte in Bern seinen europäischen Marktauftritt. Renault Trucks Schweiz hat ihn in Zusammenarbeit mit dem bernischen Karossier Fankhauser entwickelt, damit er seinen Beitrag zur Dekarbonisierung im Paketlieferdienst leisten kann. «Er ist das erste elektrische Fahrzeug dieser Art, das komplett in der Schweiz entwickelt worden ist», präzisierte Tarcis Berberat, Direktor von Renault Trucks Schweiz. Er führte uns die Genialität dieses Lieferwagens vor, dessen Schiebetür zum Beispiel mit dem Ellenbogen geöffnet werden kann. (Laurent Missbauer)

Die neue Scania Super-Generation wurde als Weltpremiere in Bern enthüllt.
DAF XF: Er hatte Schweizer Premiere und fiel nicht nur durch seine Lackierung auf.
Die Serien-Version des eActros stiess auf grosses Interesse.
Iveco T-Way: Er wurde auf der transport-CH als Schweizer Premiere gezeigt.
MAN-Stand: Die Innovation der Marke verkörperte der neue TGX, dessen golden lackierte Kabine im Hintergrund zu erkennen ist. Er ist der «International Truck of the Year 2021».
In der TGX-Kabine: Viktoria Neufeld und Sandra Gehriger, beide bei MAN Truck & Bus Schweiz.
Vor dem neuen Master Z.E. «Päckliblitz»: Tarcis Berberat, Direktor von Renault Trucks Schweiz.
Volvo FMX Electric: Auch er feierte Schweizer Premiere. Ihn treiben drei E-Motoren an.
Renault Trucks: Schweizer Premiere hatte die neue Generation der Typen T, C und K.
Irizar: Der spanische Busbauer zeigte in Bern den elektrischen Lastwagen ieTruck 6×2.
Dominique Kolly: An der Eröffnungsfeier verwies der Präsident der transport-CH darauf, «dass die Nutzfahrzeugbranche mehr denn je durch ihre Innovationsfähigkeit glänzt».