Foto

Von Danzig in Polen über das Schweizer Mittelland bis nach Lausanne-Ouchy. Der Transport der Teile der neuen Hybridboote der CGN per LKW war nicht ganz einfach. Er musste mehrere Zwangspausen einlegen, unter anderem wegen kurzfristig anberaumten Baustellen.

Mit Lastwagen wurden die neuen Schiffe der CGN von Polen nach Lausanne transportiert

Die verschiedenen Elemente der neuen Hybridboote der CGN wurden mit Lastwagen aus Polen in die Schweiz transportiert. Wir haben die letzte Etappe dieses Spezialtransports mitverfolgt.

Zwei Fähren sollen auf dem Genfersee Lausanne mit den Orten Evian-les-Bains und Thonon-les-Bains in Frankreich verbinden und so die Schiffskapazitäten in den Stosszeiten erhöhen. Die Schiffssektionen werden in Danzig (PL) vorproduziert und in Lausanne-Ouchy in der Werft der CGN (Compagnie générale de navigation sur le lac Léman SA) zusammengebaut. Für den Transport von Polen nach Lausanne ist die Firma Martin Brunner aus Luzern besorgt. Sind die bis zu 11,4 m langen und 6,3 m breiten Schiffsteile bei Aluship Technology in Danzig fertig geschweisst, werden sie für den Transport vorbereitet und von der Spedition Martin Brunner abgeholt. Ein erster Konvoi bestehend aus 6 Transporten erreichte die Schiffswerft in Lausanne Mitte Juni. In diesem Konvoi wurden die breitesten Teile transportiert. Anfangs August war ein Dreierkonvoi unterwegs, den wir mit der Kamera begleiteten. Von Polen geht es via Deutschland bis Thayngen, wo dann wieder Schweizer Boden unter die Räder genommen wird. Damit jeweils gefahren werden kann, gilt es, diverse Begleitfirmen in Polen, Deutschland und eigene Leute zu koordinieren. Doch alleine mit den Bewilligungen und den korrekt beladenen Fahrzeugen sowie motivierten Begleitern ist es nicht getan. Denn mittlerweile sind praktisch europaweit unangekündigte Baustellen zum Dauerärgernis geworden.

Ist die Transportroute klar, muss gecheckt werden, ob die Route auch befahrbar ist. Dazu werden Unterführungen ausgemessen oder Kurvenradien kontrolliert. Über Onlinetools kann dann abgeklärt werden, ob während des Transports irgendwelche Bautätigkeiten geplant wären, die eine Durchfahrt einschränken oder verhindern könnten. Dazu ist der Transporteur gemäss Schweizer Bewilligung auch verpflichtet. Nur nützt es leider nicht viel, wenn man das alles am Morgen des Transports nochmals macht und am Abend, obwohl nicht mal die Verkehrsleitzentrale etwas davon weiss, Baustellen eingerichtet werden. Die Onlinetools in der Schweiz sollten schon irgendwie aktuell gehalten werden. Selbst ein Abfahren der Strecke von Walterswil bis nach Wangen an der Aare eine halbe Stunde vor Transportbeginn verhinderte die Baustelleneinrichtung und die Verengung auf eine Spur nicht. Glücklicherweise war das Absicherungsfahrzeug so positioniert, dass die bis zu 4,35 m breiten Teile des zweiten Konvois passieren konnten. Allerdings ging es um wenige Zentimeter.

Direkt vor die Werft

Nach dieser Engstelle gelangten die Transporte störungsfrei bis nach Yverdon-les-Bains. Hier musste kurz vor der Autobahnauffahrt eine Zwangspause eingelegt werden. Der Grund war wiederum eine unangekündigte Baustelle, welche die Durchfahrt verhinderte.

Nach rund 1,5 Stunden konnte dann endlich die restliche Strecke unter die Räder genommen werden. Die Nachtbaustelle war geräumt und stand den überbreiten Transporten nicht mehr weiter im Weg, sodass die Werft in Lausanne doch noch erreicht werden konnte. Die drei Sondertransporte wurden vor dem Einfahrtstor der Werft abgestellt, einige Stunden später wurden die Teile entladen. (Erich Urweider)

Hybridboote sollen Pendler davon abhalten, mit dem Auto zu fahren

Die CGN SA bestellte zu Jahresbeginn 2020 zwei neue Personenfähren bei der Firma Shiptec aus Luzern. Die beiden Schiffe sollen 700 Fahrgästen Platz bieten. Da vorgesehen ist, dass vor allem morgens und abends Berufspendler die Schiffe benutzen, sind alle Sitzplätze mit Ladeinfrastruktur für Smart Devices ausgestattet und WLAN ist ebenfalls an Bord. Der Antrieb der Schiffe erfolgt in hybrider Form. So werden die Schiffe in Ufernähe elektrisch betrieben, während draussen auf dem See auch ein Dieselmotor Energie liefert. Durch den Ausbau der Schiffskapazitäten und der Verbindungen wird eine Verlagerung des Individualverkehrs der Strasse auf den ÖV des Sees erwartet. So könnte pro Berufspendler das 30-fache an CO2 eingespart werden. (E. U.)

Die Elemente wurden in Danzig, Polen, zusammengeschweisst. Danach wurden sie in der Werft der CGN in Lausanne-Ouchy zusammengebaut.
Yvonand: Der Kreisel in der am Südufer des Neuenburgersees gelegenen Ortschaft musste von den drei LKWs rückwärts befahren werden.
Aufgepasst, dass die Elemente des Shiptec-Boots nicht die dekorativen Boote des Kreisels berühren!
Das ist Präzisionsarbeit: Manchmal hat es nur noch zwei oder drei Zentimeter Platz.
Der berühmte Kreisverkehr von Bellerive in Lausanne: Er befindet sich vor dem Schwimmbad Bellerive-Plage. Die Werft der CGN ist nicht weit entfernt.
In Ouchy: Die Fahrer von Martin Brunner Spezialtransporte sind dabei, ihre Lastwagen vor der CGN-Werft zu stoppen.
Von Danzig in Polen über das Schweizer Mittelland bis nach Lausanne-Ouchy. Der Transport der Teile der neuen Hybridboote der CGN per LKW war nicht ganz einfach. Er musste mehrere Zwangspausen einlegen, unter anderem wegen kurzfristig anberaumten Baustellen.