Entlassung nach dem 58. Lebensjahr: Wie sieht es mit der Altersvorsorge aus?

Was passiert mit der beruflichen Vorsorge, wenn eine Person nach dem 58. Lebensjahr entlassen wird? Im folgenden Artikel wird aufgezeigt, dass es seit Januar 2021 eine Lösung gibt, um sogenannte ältere Arbeitslose zu schützen.

Wir werden uns wieder mit der betrieblichen Altersvorsorge befassen, diesmal aber unter einem genaueren Blickwinkel. Was passiert auf dieser Ebene, wenn eine Person nach 58 Jahren entlassen wird? Seit Januar 2021 gibt es eine Lösung, um diese sogenannten «älteren Arbeitslosen» zu schützen, indem sie bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses nach Vollendung des 58. Lebensjahres bei ihrer Pensionskasse versichert bleiben können. Jede Pensionskasse kann umfangreichere Möglichkeiten bieten, aber wir werden dieses komplexe Thema im Folgenden allgemein behandeln, um Sie in diesem Artikel auf die Existenz dieser Neuheit aufmerksam zu machen. Wenn Sie sich in dieser Situation befinden und diese Option Sie interessiert, empfehlen wir Ihnen, sich direkt an Ihre Vorsorgeeinrichtung zu wenden, um zu erfahren, was konkret die Möglichkeiten sind.

Rentenanspruch behalten

Ziel dieser neuen Regelung ist es, Menschen, die ihren Arbeitsplatz verlieren, eine Lösung zu bieten, um ihre Altersvorsorge und damit den Rentenanspruch zu behalten. Aber auch, um eine Kürzung der Rente nach einer vorzeitigen Pensionierung zu vermeiden.

Ab Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat der Versicherte eine bestimmte Frist, seinen Antrag bei der Pensionskasse einzureichen, diese Frist hängt von der Einrichtung ab, wird aber in der Regel zwischen 1 und 3 Monaten angesetzt. Entscheidet sich der ältere Arbeitslose für eine freiwillige Versicherung, stehen ihm zwei Deckungsmöglichkeiten zur Verfügung:

–Die erste besteht darin, weiterhin Beiträge für die Risiken Tod und Invalidität zu zahlen sowie die administrativen Kosten der Vorsorgeeinrichtung zu übernehmen.

–Die zweite besteht darin, weiterhin zusätzlich Sparbeiträge zu zahlen, damit das Altersguthaben weiter wächst.

Der Arbeitnehmer übernimmt in diesem Fall die vollen Beiträge für Tod, Invalidität, administrative Kosten und den Sparanteil. Somit zahlt er nicht nur seinen, sondern neu auch den früheren Anteil des Arbeitgebers. Hingegen braucht er nicht mehr den Beitrag an die Arbeitslosenversicherung zu entrichten.

Die einbezahlten Beiträge sind vom steuerpflichtigen Einkommen abzugsfähig und Einkäufe sind immer im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen und der Vorgaben gemäss Reglement der Vorsorgeeinrichtung möglich. Die Fortsetzung der Versicherung endet in folgenden Fällen:

–Jederzeitige Kündigung durch die versicherte Person

–Eintritt der versicherten Person in eine neue Pensionskasse

–Tod/Behinderung

–Kündigung durch die Vorsorgeeinrichtung bei Nichtzahlung der Beiträge

–Spätestens im ordentlichen Rentenalter

Uns ist bewusst, dass diese Möglichkeit nicht jedem zur Verfügung steht, aber wir wollten Sie auf ihre Existenz aufmerksam machen. Es könnte zum Beispiel für eine Person am Ende ihrer beruflichen Laufbahn nützlich sein, die 6 Monate vor dem Ruhestand ist und keinen Beitragsmangel haben möchte, sich aber auch bewusst ist, dass sechs Monate vor der Rente eine Stelle zu finden, kaum möglich ist.

Sollten Sie sich in solch einer heiklen Situation befinden, ist es immer ratsam, Informationen bei Ihrer Vorsorgeeinrichtung anzufordern.

Unser Partner Allianz bietet diese Art von Service kostenlos an, um dann die zukünftige Rente mit und ohne gewählte Option zu vergleichen und zu entscheiden, ob es wirklich sinnvoll ist, weiter einzuzahlen oder nicht. (Sarah Amat)