Ein neues Zeitalter bricht an

Fünf Tage vor der Drucklegung dieser Ausgabe sind im Luzerner Verkehrshaus zwei neue elektrische 40-Tonner der Marke Futuricum präsentiert worden – eine Weltpremiere. 

Aber über diese Weltpremiere hinaus stehen die beiden Sattelzugmaschinen von Friderici Spécial und Galliker für den Beginn einer neuen Ära, eines Zeitalters, das Nicolas Lang, Chauffeur bei Friderici, besonders begeistert, denn er steuert diesen elektrischen Riesen fünf Tage die Woche. Auf zwei Hin- und Rückfahrten transportiert er täglich zwischen Puidoux (VD) und Basel Baumaschinen für den Verleiher Avesco Rent, mit dem Friderici schon seit 15 Jahren eng zusammenarbeitet. «So einen Lastwagen fahren zu dürfen macht einfach nur Spass», schwärmte Nicolas Lang. «Er fährt sich völlig geräuschlos, und das ist sehr angenehm. Und es ist faszinierend, mit der verfügbaren elektrischen Energie umzugehen, zum Beispiel indem man rekuperiert.» Während einer ersten 430 Kilometer langen Versuchsfahrt von Winterthur über den Julierpass und zurück schleppte der Friderici-Truck 36,5 Tonnen Gewicht. Als er die Passhöhe des Julier in Graubünden (2284 m, Foto) erreichte, verfügte er immer noch über rund 22 Prozent seiner Batterieleistung. Auf dem Rückweg – nach etwa 100 Kilometern weiter unten, bei der Raststätte Heidiland bei Bad Ragaz SG, hatte sich die Reichweite wieder auf 36 % vergrössert, dank der Energierückgewinnung (Rekuperation) vom Pass herunter. «Nach weiteren rund 100 Kilometern kamen wir in Winterthur an und hatten immer noch elf Prozent Reichweite», stellte Nicolas Lang klar, als er seinen Arbeitgeber, Clément Friderici, auf der Raststätte Heidiland ablöste, der den Futuricum bis dahin gesteuert hatte. Ob solche schweren elektrischen Nutzfahrzeuge nun vermehrt auf unseren Strassen auftauchen werden? Schwer zu sagen. Sicher ist aber, dass dieser elektrische Futuricum etwa sechs Mal mehr kostet als ein vergleichbarer Diesel. «Es dürfte etwa sechs Jahre dauern, bis der sehr hohe Anschaffungspreis amortisiert ist. Allerdings eröffnen solche elektrischen Nutzfahrzeuge neues Entwicklungspotenzial im Bezug auf nachhaltigere Transporte», stellte Clément Friderici, Chef von Friderici Spécial, fest. Wer sich über diese neuen elektrischen Lastwagen genauer informieren möchte, sollte die transport-CH besuchen. Die beiden Futuricum sind wohl die Hauptattraktion der Messe in Bern, die vom 10. bis 13. November stattfindet.

Laurent Missbauer, Chefredaktor