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Zähes Corona-Jahr 2020: Die verkauften Einheiten gingen vor allem im Bereich Reisebusse stark zurück.

Corona bremste Reisebusse

An der BUSwin, der Hausmesse von Evobus (Schweiz) AG in Winterthur, gab es nicht nur neue Fahrzeuge von Mercedes und Setra zu bestaunen. An einem Presseanlass präsentierte das Unternehmen auch Zahlen zum Corona-Jahr 2020. Auffallend war der Einbruch in der Reisebusbranche.

Seit dem Frühling im letzten Jahr hat Evobus ein neues Zuhause. Der neu gebaute Standort in Winterthur-Wülflingen bietet alles, was ein Dienstleister für die Busbranche heute braucht. So gibt es zum Beispiel eine ganze Servicebahn, die nur für Elektrobusse eingerichtet wurde. Wie wichtig dies ist, zeigt sich an der wachsenden Zahl Verkehrsbetriebe, die ihre Flotte immer mehr elektrifizieren. Mit dem eCitaro hat Mercedes dafür ein heisses Eisen im Feuer. Mittlerweile ist er auch als Gelenkbus zu haben, auch Feststoffbatterien sind Thema.

Eigentlich sind dies alles gute Vorzeichen für eine zukunftsgerichtete und Optimismus vermittelnde Hausmesse, an der viele Besucherinnen und Besucher zum ersten Mal den neuen Standort in Winterthur-Wülflingen besichtigten. So gab es Führungen mit spannenden Informationen aus erster Hand.

Doch zumindest hinter einem Teil der Branche liegt eine sehr schwierige Zeit. Die Corona-Pandemie schränkte das Reisen für lange Zeit fast gänzlich ein, die meisten Reisebusflotten standen auf den Betriebsgeländen still. Dies hatte auch Auswirkungen auf die Fahrzeughersteller und -importeure. Der Reisebusmarkt sei 2020 stark eingebrochen, sagte Roman Biondi, Head of Sales Daimler Buses, beim Informationsanlass für Fachmedien anlässlich der BUSwin. Dazu präsentierte er zusammen mit Evobus-CEO Frank Scherhag einige Zahlen. Im 2019 wurden im Omnibusmarkt Schweiz noch 125 Einheiten im Bereich Reisebusse verkauft. Im Jahr 2020 waren es nur noch 46. Dies spürte innerhalb der von Evobus angebotenen Marken vor allem Setra. Die verkauften Einheiten gingen von 59 im Jahr 2019 auf gerade mal 16 im Jahr 2020 zurück. Dafür konnte der Absatz bei der Marke Mercedes-Benz insgesamt von 164 auf 202 Einheiten gesteigert werden, inklusive Linienbusse natürlich. Evobus hat auch 2020 einen sehr hohen Marktanteil von 47,8 Prozent bei den Reisebussen in der Schweiz erreicht. Die beiden stärksten Mitbewerber erreichten lediglich je 19,6 Prozent (VDL und van Hool). Auch bei den Stadtbussen bleibt Evobus klar an der Spitze, mit einem Marktanteil von 42,4 Prozent. An zweiter Stelle folgt MAN mit 18,2 Prozent. Der Marktführer Evobus (Schweiz) AG mit seinen 94 Mitarbeitenden erwirtschaftete so einen Umsatz von 147 Millionen Franken im Corona-Jahr 2020.

Brennstoffzelle als Range Extender

Ein wichtiges Ziel des Unternehmens ist es, die CO2-neutrale Mobilität voranzubringen. Die nächste Generation Lithium-Ionen-Batterien mit einem weiteren Leistungssprung steht in den Startlöchern. Und: Die Brennstoffzellentechnik wird in Bussen bald Einzug halten – nicht als Hauptantrieb, sondern als Range Extender. (Daniel von Känel)

Elektrischer Gelenkbus eCitaro.
Neuer Standort: Seit letztem Jahr ist die Evobus (Schweiz) AG in Winterthur zu Hause. Die BUSwin bot spannende Einblicke.
Minibusse: Ein Segment, das in Zukunft wohl weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Zähes Corona-Jahr 2020: Die verkauften Einheiten gingen vor allem im Bereich Reisebusse stark zurück.